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Ein Refernzobjekt

ANBIETER IM HAUS- & WOHNUNGSBAU - EINE UNTERSCHEIDUNG

Eine Begriffsbestimmung:

1. Der Bauträger:
Der Bauträger kauft oder entwickelt Bauland, erbingt die Planungsleistung (oder gibt sie in Auftrag), lässt Eigenheime oder Eigentumswohnunsgen errichten und veräussert die Häuser und Wohnungen an Eigennutzer oder Kapitalanleger. Das Eigentum am Grundstück und damit auch an der Immobilie wird in der Regel erst nach Abwicklung des Bauvorhabens auf den Kunden übertragen. Der Bauträgervertrag ist beurkundungspflichtig und hat die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) zu beachten.
Die MaBV ist Verbraucherschutz und schützt den Kunden des Bauträgers vor finanziellen Nachteilen. So enthält die MaBV einen Zahlungsplan, nachdem der Bauträger die festgelegten Raten anfordern kann. Ziel des Gesetzgebers war es dabei, dass der Bauträger in Vorleistung treten muss und vom Kunden nur Zahlungen für Bauleistungen erhält, die tatsächlich bereits erbracht sind. Bis Baubeginn muss der Bauträger die Kosten für die Beschaffung des Baugrundstücks und die zu erbringenden Planungsleisutngen vorfinanzieren. Der damit verbundene hohe Eigenkapitalbedarf und das zurückhaltende Verhalten der Banken haben dazu geführt, dass fast nur noch Bauträgergesellschaften auf dem Markt sind, die wirtschaftlich stark und stabil sind.

Vorteile:
* Jeder Kundenzahlung steht ein Gegenwert gegenüber. Das Geld des Bauherren ist sicher.
* Gewährleistung nach BGB 5 Jahre
* Beim Bauträgervertrag ist der Bauträger zugleich Bauherr und Grundstückseigentümer und wird vertraglich verpflichtet, dem Kunden das Eigentum am Grundstück zu verschaffen und die Bauleistung gemäß Baubeschreibung zu erbringen.
* Zeit ist für den Bauträger in der Regel bares Geld. D.h. der Bauträger hat ein Eigeninteresse, dass der Bau schnell und gut hochgezogen wird.
* Der Bauträger hat ein Eigeninteresse daran, dass das Objekt so wenig Mängel hat als möglich. Denn jeder Mangel kostet in der Überprüfung und Beseitigung viel Geld - Geld des Bauträgers.

Nachteile:
* Negativ-Image und "schwarze Schafe" in der Branche. Aber die gibt es überall.

2. Das Architektenhaus:
Der Architekt wird vom Bauherren, der in der Regel auch Grundstückseigentümer ist, mit der Planung des Hauses beauftragt. Im Architektenvertrag werden die vom Architekten zu erbringenden Leistungen beschrieben und festgelegt. Der Bauherr ist Auftrggeber der bauausführenden Firmen. Soweit im Architektenvertrag keine anderweitigen rechtswirksamen Regelungen getroffen wurden, trägt der Bauherr das Baukostenrisiko.

Nachteile:
* Architekt ist in der Regel gleichzeitig Planer und Überwacher. D.h. macht der Architekt Planungsfehler, so wird er diese in der Bauüberwachung wohl kaum "finden" und beseitigen.
* Je höher die Bausumme, desto höher in der Regel das Honorar des Architekten. D.h. der Architekt hat ein Eigeninteresse daran, dass die Baukosten hoch sind oder werden.
* Oftmals unzureichende Baubeschreibungen

3. Der Baubetreuer:
Die klassische Baubetreuung ist im heutigen Baugeschehen nur noch von untergeordneter Bedeutung. Die Leistung des Baubetreuers geht über die des Architekten hinaus. Er ist nicht nur für die Ausschreibung zuständig, sondern er vergibt auch im Namen und auf Rechnung des Bauherren die Bauaufträge und rechnet die Baukosten ab. Für seine Tätigkeit erhält er eine Baubetreuungsgebühr. In der Praxis kommt es auch vor, dass der Baubetreuer gegenüber dem Bauherren eine Festpreisgarantie abgibt. Für den privaten Bauherren als Bau-Laien ergibt sich hier der Vorteil, dass er das Baukostenrisiko auf den Baubetreuer überträgt.

Nachteile:
* Gewährleistung nur 2 Jahre nach VOB
* Bei Abschluss eines GÜ- oder Hausbauvertrags ist der Kunden gleichzeitig Auftraggeber, Bauherr und Grundstückseigentümer.

4. Der Generalunternehmer:
Firmen, die sich gegenüber Bauherren zur (schlüsselfertigen) Erstellung von Bauvorhaben verpflichten und auch selbst Bauleistungen erbringen, werden als Generalunternehmer (GU) bezeichnet. In der Regel verfügt der GU über ein eigenes Bauunternehmen und vergibt die anderen Handwerksleistungen an Subunternehmer. Auftraggebers des Generalunternehmens im Wohnungsbau kann der private Bauherr oder auch der Generalübernehmer und der Bauträger sein. Insbesondere bei größeren Bauvorhaben von Bauträgern werden die Bauleistungen häufig von leistungsstarken GUs erbracht.

Nachteile:
* Bei Abschluss eines GÜ- oder Hausbauvertrags ist der Kunden gleichzeitig Auftraggeber, Bauherr und Grundstückseigentümer.

5. Der Generalübernehmer:
Verpflichtet sich ein Unternehmen, das Haus auf dem Grundstück des Bauherrn zum Festpreis errichten zu lassen, wird es als Generalübernehmer (GÜ) tätig. Der GÜ übernimmt in der Regel die Planungsleistung und vergibt die Aufträge an die bauausführenden Unternehmen. Zwischen Bauherre und GÜ gilt Werkvertragsrecht. GÜ-Verträge werden vor allem bei der Errichtung von freistehenden Eigenheimen abgeschlossen. Aber auch im Reihenhausbau wird manchmal anstatt des Abschlusses eines Bauträgervertrags eine Vertragsaufspaltung in Grundstückskaufvertrag und Werkvertrag beziehungsweise GÜ-Vertrag vorgenommen.

Nachteile:
* Bei Abschluss eines GÜ- oder Hausbauvertrags ist der Kunden gleichzeitig Auftraggeber, Bauherr und Grundstückseigentümer.